Montag, 10. Januar 2011

[Rezension] Die Gauklerin von Kaltenberg von Julia Freidank


Genre: Historisch, Liebe
Verlag: Marion Von Schröder
Seiten: 491
Preis: 14,95 €















Zum Buch:
Anna ist die Tochter des Schmiedes und die Geliebte des Burgherren von Kaltenberg. Als ein Heer über ihr Dorf herein bricht, verflucht sie einen der Ritter. Um den Fluch auf zu heben, muss der Ritter Anna töten, doch diese befindet sich geschützt in der Burg. Als Anna jedoch als Hexe ertränkt werden soll, da sie den Burgherren mit einem Lied verzaubert haben soll, scheint das Ende des Fluches nah. Doch der Ritter rettet sie und Anna macht sich daran, zu beweisen, dass sie keine Hexe ist.


Erster Satz:

    >>Anna!<< Die Stimme des Dorfschmieds überschlug sich vor Wut.


Meine Meinung:
Am Anfang war ich sehr überrascht von diesem Roman. Das Cover ist sehr schön und aufwendig. Auch die Innenseite wurde mit einer Karte gestaltet, was zu Beginn auf einen intensiv recherchierten und gut geschrieben Roman schließen lässt. Leider wurde ich zwar nicht in allen, aber doch in einigen Erwartungen enttäuscht.
Anna, total selbstbewusst und überhaupt nicht dem Verhalten angepasst, der ihr in ihrem Stand zustehen würde, ist in den Burgherren verliebt. Dessen schwangere Frau will sie jedoch los werden und durch einiges hin und her landet sie schließlich als Hexe im Kerker. Nach einigem hin und her wird sie gerettet und zieht ab da an als Gauklerin durch das Land. Bis dahin war alles noch total nachvollziehbar und auch spannend, auch wenn die Charaktere wieder einmal klischeehaft modern und selbstbewusst sind. Merkwürdig, das nur über starke selbstbewusste Frauen geschrieben wird, aber darum geht es jetzt ja eigentlich auch nicht. Die Charaktere sind leider nicht sehr vielseitig. Annas Gefühlswelt zu beschreiben ist sogar ziemlich einfach. Entweder sie schwärmt vom Burgherren Ulrich, oder sie hat Angst vor dem Ritter Raoul, den sie verflucht hat. Um kein Klischee auszulassen, wird sie als Hexe verurteilt, wird gerettet und muss ab dann als Gauklerin leben und singt natürlich weiter das Lied, wegen dem sie als Hexe verurteilt wurde. Natürlich total nachvollziehbar - sofern man Todessehnsucht hat. Ein fadenscheiniger Grund, weiter durch die Gegend zu ziehen, ist auch schnell gefunden. Sie will ihre Unschuld beweisen, indem sie den Verfasser des verbotenen Lied findet. Begleite wird sie dabei von dem bösen Ritter- immer in der Angst, dass er sie töten will, obwohl er das offensichtlich nicht will, da er dazu schon oft genug die Chance gehabt hätte.
Der verfluchte Ritter besitzt natürlich eine komplizierte Familiengeschichte und Anna erfährt, dass er der eigentliche Besitzer von Burg Kaltenberg ist. Wie das Leben eben so spielt.
Obwohl Ulrich eigentlich der Böse ist, sind seine Beweggründe doch die einzigen, die ich vollkommen nachvollziehen konnte. Er möchte mehr Macht im Land und am Hof und erfüllt deshalb alle Wünsche seines Königs. Warum Raoul die Burg haben will, ist mir während des gesamten Romans jedoch schleierhaft. Er erwähnt immer wieder, das er eigentlich lieber wieder zurück in den Süden will, wo er geboren ist. Warum beide nicht dorthin ziehen, wo sie nicht als Hexe verrufen ist und er es endlich wieder wärmer hat, habe ich die ganze Zeit gefragt.
Nebenbei werden noch ein paar politische Dinge mit ein geflochten, da die gesamte Handlung ja zur Zeit des Kriegs spielt, von dem man allerdings nicht wirklich viel bemerkt außer dem Überfall auf das Dorf gleich zu Beginn. Überhaupt gibt es viele Dinge, sie zu einer großen Sache aufplustert werden, damit ein wenig Handlung in das Ganze kommt. Die Carmina Burana, die Liedtexte, die für die Hexenanklage verantwortlich sind, werden immer wieder erwähnt, doch für mich war das nicht spannend, sondern nach ein paar Mal war ich schon genervt. Auch Duelle und Tuniere werden immer wieder erwähnt, jedoch nicht als wirklich wichtige Ereignisse, sondern nur als Randhandlung.
Ich muss sagen, dass die Charaktere so interessant waren, das ich schon das Ende wissen wollte, jedoch war der Preis dafür, das quäle durch das Buch, ziemlich hoch.
Wäre das Buch gut 200 Seiten kürzer, so das die unwichtige und langweiligen Stellen gestrichen worden wären, könnte es sogar ganz gut sein. Aber da es nun einmal nicht so ist, war es doch eine Qual.


Fazit: Zu viele mittelalterliche Klischees in einem Roman mit einer Maße von langweiligen und unwichtigen Stellen, die mich fast erschlagen hätten.

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