Samstag, 3. März 2012

[Rezension] Kyria & Reb: bis ans Ende der Welt von Andrea Schacht

Vielen Dank an den Egmont INK Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Genre: Dystopie, Liebe
Verlag: INK
Seiten: 381












Zum Buch:
Kyria ist die Tochter einer bedeutenden Politikerin in NuYu und genießt alle Vorzüge. Doch als sie erfährt, dass sie in wenigen Wochen an einer Krankheit sterben wird, flieht sie zusammen mit dem Rebellen Reb in die Reservate.

Erster Satz:
Über den großen Wandbildschirm liefen im Halbdunkel schreiende Menschen.

Meine Meinung:
Ich empfinde diese Dystopie ein wenig radikaler als die anderen, die ich bisher gelesen habe. Die Gewalt gegen die Menschen, die außerhalb leben, wird in diesem Buch nicht verschwiegen, sondern thematisiert, so dass man selbst sofort auf die Seite der Rebellen und dem Untergrund gezogen wird. Gleich zu Beginn fliehen Kyria und Reb aus NuYu ( New Europe) und die Beschreibung der Flucht hat mir wirklich gut gefallen. Man lernt die Lebensumstände und die Hintergründe der Menschen im Untergrund kennen und nicht nur das Leben derer, die privilegiert sind.
Interessant ist die Idee eines Staates wie NuYU, in dem die Frauen regieren, wohin gegen in den Reservaten noch die alte Rollenaufteilung gelebt wird. Das führt zu einigen Konflikten mit Kyria und Reb, weil für beide aus unterschiedlichen Kulturen stammen und beide auf ihre Rechte bestehen.
Das der Hauptschauplatz Europa und insbesondere Deutschland ist, hat mir sehr gut gefallen, da es für mich einfacher war, sich die Umgebung und auch die Entfernungen vorzustellen, als wenn es sich um eine fictionale Welt gehandelt hätte. Vorallem haben Dystopien, die in unserer Region spielen, noch großen Seltenheitswert, so dass dies wirklich etwas neues erfrischendes war.
Kyria ist für mich die perfekte Protagonistin. Nicht zu sehr von sicher überzeugt, aber doch selbstbewusst und mit einem starken Willen ist sie der perfekte Gegenpart zu Reb, der eher cool, verschlossen und kontrolliert ist. Ab und an hatte ich allerdings ein paar Probleme mit den Dialogen zwischen den beiden, da sie mir einfach an manchen Stellen zu aufgesetzt klangen.Oft habe ich mich gefragt, ob Menschen im realen Leben auch immer so spontan und passend kontern würden und dass war mir dann doch ein wenig zu idealisiert.
Obwohl man anhand des Titels meinen könnte, dass es sich durch und durch um eine Liebesgeschichte handelt, ist es jedoch so, dass sie Liebe nur eine Nebenrolle spielt. Zwar verbringen Kyria und Reb viel Zeit miteinander, doch eine richtige Liebesgeschichte entsteht erst sehr, sehr spät, was aber nicht schlimm ist, da es genug andere Dinge gibt, die die Handlung vorran treiben. So wird zum Beispiel Kyrias Bild von NuYU durch eine Entdeckungen total erschüttert und sie beginnt die Ereignisse aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.
Überhaupt ist die Autorin sehr darum bemüht, die Handlung vorran zu treiben und sich nicht lange an Nebenhandlungen aufzuhalten. Es passieren oft so viele spannende Dinge nacheinander, dass man kaum Zeit hat, überhaupt an eine Nebenhandlung zu vermissen. Daher ist auch der Schreibstil eher pragmatisch und nicht wirklich blumig.
Zusammenfassend kann man sagen, dass mich dieses Buch wirklich gefesselt hat und die kleinen Schwachstellen mir erst im Nachhinein aufgefallen sind. Ich freue mich schon sehr auf eine Fortsetzung, vor allem weil dieser erste Teil mit einem Cliffhänger endete.

Fazit: Eine spannende und gut durchdachte Dystopie mit einer kleinen Prise Liebe - sehr lesenswert.

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