Donnerstag, 16. Februar 2012

[Rezension] Delirium von Lauren Oliver

Vielen Dank an den Carlsen - Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Genre: Dystopie
Verlag: Carlsen - Verlag
Seiten: 416











Zum Buch:
In Lenas Welt gilt Liebe als Krankheit und deshalb wird jeder kurz nach seinem 18. Geburtstag einer OP unterzogen, um geheilt zu werden. Doch kurz vor ihrem Eingriff lernt Lena Alex kennen und wird selbst infiziert.

Erster Satz:
Es ist jetzt vierundsechzig Jahre her, dass der Präsident und das Konsortium die Liebe als Krankheit identifiziert haben, und vor dreiundvierzig Jahren haben die Wissenschaftler ein Heilmittel dagegen entwickelt.

Meine Meinung:
Dies ist mal eine ganz andere Art von Dystopie. Es geht weder futuristisch zu noch gibt es viel Technik- und Computerschnickschnack. Alles wirkt sehr konservativ und eher ein wenig altmodisch.Es gibt zwar die typische Kontrolle des Staates und strenge Gesetzte, aber alles auf einer Ebene, die eher an vergangene Zeiten als an die Zukunft denken lassen.
Da Dystopien im Moment ein großer Trend sind, ist es sehr schwer, etwas Eigenständiges und Neues an jeder zu finden. Doch in diesem Roman kommt zu dem üblichen kontrollierten Alltag die völlige gewünschte Abwesenheit von Liebe dazu und das ist nun wirklich mal etwas Anderes.
Wie in jeder Dystopie, die gleichzeitig eine Liebesgeschichte ist, erkennt die Hauptperson durch die Liebe natürlich die Ungerechtigkeit des Staates und die zumeist unnötige starke Kontrolle. Lena ist am Anfang total überzeugt von der Existenz der Krankheit "Liebe" und freut sich sehr auf den Eingriff und ihre Zuweisung zu einem Partner. Erst durch eine zufällige Begegnung mit Alex und Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit, ändert sich ihre Einstellung. Man merkt, wie Lenas Charakter mit jedem Ereignis stärker und authentischer wird und es macht sie während des Lesens wirklich zu einer Person und nicht nur zu einer Romanfigur.
In dieser Geschichte, wo ja nun das Problem die Liebe ist, wirkt das Ganze sehr natürlich und realistisch. Das Besondere für mich ist die Atmosphäre. Obwohl es eine Welt ohne wahre Gefühle ist, dreht sich doch alles in Lenas Gedanken um dieses Thema und man wird automatisch mit in diesen emotionalen Strudel hinein gezogen. Teilweise gibt es Abschnitte, die sehr verstörend sein können und mich persönlich ein wenig entsetzt haben. So wird mit der OP nicht nur die Liebe zu einem Partner, sondern auch zur Familie, Freunden und sogar zu den eigenen Kindern verhindert, was in manchen Momenten zu unglaublich kalten und gleichgültigen Gesprächen zwischen Personen führt, die sich eigentlich ohne OP lieben würden und eine düstere Stimmung über das Geschehen gelegt wird.
Der Schreibstil ist trotz dieser Abschnitte wunderbar leicht und ließ mich sehr schnell die Zeit vergessen, da im der gesamten Handlung einfach keine Stelle zu finden ist, die nicht spannend ist. Damit meine ich nicht die actiongeladene Hollywoodspannung, sondern einfach einen durchgehend interessanten Verlauf der Geschichte, ohne das man einen Moment ans Weglegen des Buches denken würde.
Sehr überraschend und aufrüttelnd ist das Ende Man glaubt, zu wissen, wie es ausgehen wird, doch am Ende weiß man, dass man eigentlich gar nichts wusste, was für mich sehr beeindruckend, erschütternd aber auch rührend war. Der Ausgang des ersten Buches der Autorin, Rezension hier, ähnelt dem Ende von diesem Roman sehr und ist ebenso unerwartet und überraschend.

Fazit: Eine wirklich wunderbare Dystopie, die mehr zu bieten hat, als den Kampf gegen die Kontrolle - wunderbar gefühlvoll und nachdenklich-machend.

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